Dortmund ergänzt seinen Masterplan Digitale Stadtverwaltung um Open-Source

Wird es bald in Dortmund ein LiDox geben?

Der Traum der Linux-Gemeinde, dass es doch noch einen kommunalen Lösungsansatz mit Linux als Basis gibt, wird wohl vorerst noch ein Traum bleiben. Ein LiDox, vergleichbar mit dem LiMux aus München, ist zurzeit nicht geplant. Der Masterplan Digitale Stadtverwaltung wurde zunächst um das Projekt „Freie Software und Offene Standards“ erweitert. So soll innerhalb der nächsten zwei Jahre das Potential von freier Software und offenen Standards für den Verwaltungsbetrieb untersucht werden.

Ziel des Projektes ist es darüber hinaus, die Vorgaben des E-Government-Gesetztes NRW, welche unter anderem die Übermittlung von Daten an Bürger oder Unternehmen vorsehen, dies mittels offener und standardisierter Dateiformate umzusetzen.

Besonders erwähnenswert ist, dass die Bürger über ein Beteiligungsverfahren aktiv mit eingebunden werden sollen, um so noch besser die Einsatzpotentiale von freier Software und offenen Standards zu evaluieren. Die Stadtverwaltung kooperiert dabei mit der Bürgerinitiative Do-FOSS, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Vorteile von Open-Source-Software auch im Verwaltungsumfeld einzusetzen.

Es ist ein sehr positives Zeichen, dass eine Kommune sich an das Projekt Open-Source herantraut. Das Vorbildprojekt LiMux in München wurde Anfang 2017 durch den Antrag der schwarz-roten Regierungskoalition für beendet erklärt. Die Neuorganisation der Städtischen IT vereint nun alle IT-Dienstleister unter einer Führung und wird als Hauptaufgabe haben, die Re-Migration der LiMux Arbeitsplätze auf Microsoft Windows umzusetzen. Natürlich wird dieser Schritt zurück in die Arme von Microsoft nicht kostenlos sein. Bisherige Schätzungen gehen von 90 Millionen Euro bis 2020 aus – exklusive Microsoft-Lizenzen, die noch dazu kommen.

An dieser Stelle sei noch auf die ARD-Reportage „Das Microsoft-Dilemma“ hingewiesen, die unter anderem auch dieses Projekt untersucht hat und der Frage nachgeht, warum es Open-Source Projekte so schwer in der öffentlichen Verwaltung haben.

Man kann abschließend nur hoffen, dass Dortmund zum neuen Vorzeigekandidaten für Open-Source Projekte in der öffentlichen Hand wird. Denn auf Dauer kann es sich Deutschland einfach nicht mehr leisten, so stark abhängig von einem (amerikanischem) Monopolisten zu sein.


Datum: 14.04.2018
Autor: Ben Fehler
Kategorie: Digitalisierung

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