reMarkable - der digitale Notizblock

Das als „Papier-Tablet“ angepriesene Tablet vermittelt echtes Papiergefühl beim Schreiben, allerdings hat es auch noch so seine Schwachstellen.

Als ich das erste Mal die Werbung auf Facebook für das reMarkable angezeigt bekam, war ich sofort neugierig. Ein Tablet, das als Schreibblock verwendet werden kann, leicht ist und dazu auch noch E-Ink als Display verwendet. Genau das richtige für mich, der sonst viele Unterlagen in Papierform mitschleppen muss und trotz 10-Finger Tippen immer noch das notieren via Stift bevorzugt. Es dauert daher nicht lange und ich bestellte mir ein reMarkable nach Hause.

Das Auspacken erinnert stark an das iPad von Apple, elegante Verpackung in schlichtem Design. Ladekabel, Stift mit Ersatzspitzen und Zange zum Tausch der Spitzen liegt bei – es kann sofort losgehen. Das Menü ist bedienerfreundlich, aufgeräumt und man findet intuitiv sofort die benötigten Funktionen. Und dann geht es los – das erste Schreiben: Es ist ein Traum, als würde man auf Papier schreiben. Eine Verzögerung ist nicht bemerkbar, der Stift ist fein und die Darstellung klar und sauber. Dank der verschiedenen Templates kann man auf Blanko-, liniertem oder anderem Papier zeichnen. Sogar der Upload eigener Templates ist möglich. Natürlich lassen sich auch PDFs und ePubs (eBooks) auf das Tablet laden. Dazu kann man sich entweder mit der reMarkable-Cloud verbinden oder nutzt via USB den Browserzugang.

Das Display bietet eine Auflösung von 1872x1404 Pixeln bei 10,3 Zoll, ergibt also 226ppi. Das reicht völlig aus um eine DIN A4 Seite klar und lesbar darzustellen. In die PDFs kann man natürlich auch handschriftliche Notizen einfügen. Besonderer Bonus: Die Notizen werden auf Layern gespeichert, d.h. ich kann diese nach Belieben ein- und ausblenden. Die ersten Praxis-Einsätze meistert das Tablet problemlos, mitschreiben beim Kunden oder Unterlagen lesen im Zug sind ein Genuss.

Nach dem Praxiseinsatz zeigen sich allerdings die ersten Schattenseiten. Der mit 3000 mAh angegebene interne Akku verbraucht sich bei aktiviertem WLAN extremst schnell. Zwar kann man das WLAN ausschalten, jedoch ist es nach jedem Start des Tablets wieder aktiviert. Man muss also entweder jedes Mal dran denken es auszuschalten oder der Akku entleert sich innerhalb kurzer Zeit. Hier hoffe ich noch auf eine Verbesserung mit dem nächsten Update. Und natürlich bin ich sehr gespannt auf die angekündigte Handschriftenerkennung, die es ermöglichen soll, seine Notizen direkt in Druckschrift zu übersetzen.

Mein Fazit lautet daher, dass es sich bei dem reMarkable um ein sehr innovatives Produkt handelt, das noch einige Kinderkrankheiten ausheilen muss. Für meine Bedürfnisse reicht es aus, ich bin es sowieso schon gewöhnt, dass ich mein iPhone jeden Abend laden muss und ein Akku-Pack befindet sich eh stets im Gepäck. Ich kann es jedem empfehlen, der viel lesen muss und sich dazu Notizen machen will. Ein Ersatz für ein iPad ist es jedoch nicht, da kein Internetbrowser oder E-Mail-Client zur Verfügung stehen.

Falls ihr auch eure Erfahrungen mit dem reMarkable gemacht habt, freue ich mich über eure Kommentare!

Weitere Informationen unter www.remarkable.com


Datum: 12.05.2018
Autor: Ben Fehler
Kategorie: Kommentar

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